Montag , 21 August 2017
Im Kühlturm - RWE Großkraftwerk Hamm-Uentrop

Industrie 4.0 und Geschäftsmodelle für den Service.

Industrie 4.0 als Synonym für ein „Hyperthema“, welches seit geraumer Zeit durch das Managementdenken wabert und viele beschäftigt, wurde bei  dieser ExOS Konferenz nun auch intensiv unter dem Aspekt und den Besonderheiten von technologiebasiertem Service erörtert. Gezielt auch unter dem Aspekt, geeignete Ansätzen zur strategischen und taktischen Vorgehensweise in dem eigenen Verantwortungsbereich vorzubereiten und diesbezüglich Ideen und Impulse aufzunehmen.

Die Diskussion ergab erstaunlich klare und viele Ansatzpunkte für entsprechende Verhaltensweisen.

U.a. hatte sich ein langjähriges Mitglied der Experts of Service, ein fachlich nach wie vor sehr engagierter Manager im Ruhestand, speziell auf dieses Thema – durch intensives Studium entsprechender Fachinformationen – vorbereitet. Er konnte sein so gewonnenes Wissen, d.h. entsprechende Hintergrundinformationen, an passenden Stellen in die Diskussion einfließen lassen.

Bei der Diskussion schälten sich verschiedene Schwerpunkte heraus. Ein bedeutender Punkt waren die bei Industrie 4.0 vorhandenen, anfallenden und benötigten Daten.

Wem gehören diese, wer hat Zugriff auf diese, kann oder sollte man Hoheit über Daten erhalten, behalten, erlangen, waren Fragestellungen dieses Diskussionspunkts. Welchen Nutzen und Vorteil können Organisationen ziehen, die Zugang zu Daten haben. Welche intelligenten Möglichkeiten existieren und sind verfügbar, um Daten intelligent auszuwerten.

Sicherheit von Daten gegen Missbrauch, welche Möglichkeiten gibt es, in welchen Branchen sind Daten vergleichsweise sicher, wo existiert Sensibilität für Datensicherheit und wo sind die Ressourcen, das Bewusstsein dazu noch wenig entwickelt, wurde erörtert. Man war sich einig, dass mit geschickter Nutzung von Daten sich bisher noch ungeahnte Möglichkeiten für zukünftige Geschäftsmodelelle erschließen. Auch passend dazu das Thema, wie man große Datenmengen zweckmäßig auswerten kann, kam zur Sprache. Beispielsweise können über Analyse von Verhaltensweisen und Nutzerverhalten verwendbare Schlüsse gezogen und gezielt Serviceangebote erarbeitet und platziert werden. Allgemein bekannte Beispiele aus dem Consumer Bereich wurden in der Runde genannt.

Gerade zum Thema „Produktion“ wurde in diesem Zusammenhang festgestellt, dass einer der schlimmsten Zustände für eine Produktion ungeplante Unterbrechungen sind. Und dass hier mit geeigneter Auswertung von Daten diese vorhergesehen und so verhindert werden können. Ein guter Ansatzpunkt für entsprechende Geschäftsmodelle für technologiebasierten Service.

Anhand einiger genannter Praxisbeispiele konnte man den Eindruck erhalten, dass im öffentlichen Bereich mittels geeigneter Auswertung möglicher und vorhandener Daten die Einhaltung gültiger Normen, Sicherheitsrichtlinien und Umweltanforderungen besser überwacht werden könnte. Ein großes Betätigungsfeld für interessierte und handlungsfähige Behörden, sich dieses Themas anzunehmen.

Dort, wo wirtschaftlicher Druck aufgrund eines wettbewerbsbasierten, marktwirtschaftlichen Systems existiert, werden sich neu ergebende Möglichkeiten eher greifen und aufgegriffen werden. Dies im Vergleich zu öffentlichen Strukturen, wo existenzieller Handlungsdruck eher moderat – wenn überhaupt – vorhanden ist.

Im Consumer Segment, insbesondere was Gruppierungen betrifft, lassen sich mit vorhandenen, geeignete Daten und den richtigen Experten Verhaltensweisen von Gruppen eischätzen, gezielt Serviceleistungen entwickeln und nutzbringend offerieren. Es lassen sich aufgrund eines „Schwarmverhaltens“ mit Hilfe von Spezialisten zukünftige Verhaltensweisen und dementsprechende Bedürfnisse vorhersehen. So kann man sich auf diese vorbereiten, es bieten sich Geschäftsmöglichkeiten pur.

Die diesbezügliche Diskussion war lebhaft, impulsreich und kompetent. Konkrete Beispiele wurden genannt sowie diverse zugehörige Aspekte, wie nutzbare zyklische und antizyklische Verhaltens- und Vorgehensweisen.

Wie auch bei anderen Berichten nach ExOS Konferenzen kann nicht die komplette Tiefe und der Wert der Diskussion aus dieser Expertenrunde wiedergegeben werden, um den Umfang eines Berichtes nicht zu sprengen.

Während der Diskussion fragte ein Teilnehmer, jemand, der ExOS Konferenzen mit organisiert, ob denn der Mehrwert auch dieses Thema, das doch ein aktuell sehr breit aufgestelltes ist, in dieser Runde passend ist, um genügend Impulse und Anregungen mit in das eigene Unternehmen zu nehmen. Immerhin existiert bei den ExOS Konferenzen der Anspruch, dass das von den Unternehmen für ihre Manager geleistete Zeit- und Geldinvestment in ExOS einen spürbaren Mehrwert bringen muss. Unisono wurde aus der Runde bestätigt, dass auch diese Diskussion wieder wertvoll war und den Erwartungen der Manager entsprach.

Nach über zwei Stunden intensiver Diskussion zu dem Thema Industrie 4.0 in Zusammenhang mit technischem Service entschloss man sich, das Thema an dieser Stelle erst einmal zu beenden. Es gab genügend Anregungen und Impulse für erstes Verarbeiten in den eigenen Unternehmen. Wobei es vermutlich bei einer der nächsten Konferenzen wieder als Thema auf die Tagesordnung kommen wird.

Nach einer Pause beschlossen die Manager, ein weiteres der bei dieser Konferenz vorgeschlagenen Themen zu diskutieren: „Zusammenspiel zwischen externen Servicepartnern und Herstellen“.

Hierbei wurden von einigen der anwesenden Manager, die dies in ihren Organisationen mehr oder weniger aktiv praktizieren, konkrete Fälle beschrieben. Auch, wie sie beispielswiese, je nach Situation, sich davon lösen oder auch bei anderen Fällen verstärkt zu passenden Zusammenarbeitsmodellen übergehen. Positive wie negative Erfahrungen und entsprechende Folgerungen wurden geschildert. Auch hierzu, wie in fast allen anderen Themengebieten, kann und muss jeder Konferenzteilnehmer für sich und seine aktuelle und zukünftige Situation die richtigen Schlüsse aus der Diskussion ziehen und Anregungen für zukünftige Entscheidungen und Handlungsweisen mitnehmen.

Einige Teilnehmer schilderten fast allgemeingültige, vermeidbare Fehler, die zu Beginn entsprechender Partnerschaften gemacht werden können, was diese dann kosten und wie man sie dann lösen konnte und bei vergleichbaren Fällen zukünftig kann. Und auch den Mehrwert, den richtige, gute Partnerschaften für alle Beteiligten bringen kann (win-win Situation). Jedoch wurden auch Fälle genannt, in denen eine partnerschaftliche Zusammenarbeit eher nicht sinnvoll ist.

Auch sollte das Verhalten der eigenen Organisation, das gerade auch in größeren Unternehmen, gar Konzernen, wechselt und schwer planbaren Einflüssen unterliegen kann, bei dem Eingehen von Partnerschaften berücksichtigt werden. Langfristige versus kurzfristig angelegte Partnerschaftsstrategien wurden vorgestellt. Aufbau von Vertrauensverhältnissen und abgestufte Sanktionen bei Regelverstößen waren Themen der Diskussion. Auch wurde erörtert, Partner gerade auch in bisher nicht bedienten Regionen z.B. als Marktzugang zu nutzen, was in einigen Ländern, gerade mit gänzlich unbekannten Kulturen, hilfreich sein kann.

Zum Ende der Tagung wurden kommende Veranstaltungen angekündigt. Drei anwesenden Gästen, die ihr Interesse äußerten, diesen Kreis auch zukünftig zu besuchen, wurde die zukünftige Teilnahme per Votum ermöglicht. Zur Aufrechterhaltung der Qualität dieser ExOS Tagungen wurde wieder ein Feedback abgefragt. Dabei kam auch zur Sprache – was in diesem Bericht bisher noch nicht erwähnt wurde – die Faszination des am Vorabend mit der ExOS Runde besichtigten Großkraftwerks, von dessen Dimensionen, der technischen Komplexität und der minimalen Anzahl von Mitarbeitern, die dieses Kraftwerk vor Ort betreuen.

Die diskutierten Themen wurden als sehr gut und aktuell betrachtet. Es wurde geäußert, dass man viele Anregungen erhalten habe, die im eigenen Verantwortungsbereich weitererörtert und umgesetzt werden können. Die offene Diskussion wurde begrüßt. Gerade auch zum Thema Industrie 4.0 wurde postuliert, dass dieses noch öfter auf die Tagesordnung zukünftiger ExOS Tagungen kommen sollte. Das vorhandene gute ExOS Netzwerk wurde als sehr gut bezeichnet. Die Diskussion wurde trotz der vergleichsweise langen Dauer als kurzweilig empfunden. Ein anwesender Manager, der in seinem Konzern zum Vertriebsleiter Deutschland – in einer größeren Sparte – aufsteigen wird, äußerte dabei, dass er dieser Runde auf jeden Fall treu bleiben wird, da er hier viele Anregungen und Impulse für seine tägliche Arbeit mitnehmen kann.

Zu Ende sprach der Moderator der Diskussion ein positives zukunftsweisendes Schlusswort. Allein seine gut gewählten Worte motivierten, auch bei den kommenden Konferenzen der Experts of Service zu partizipieren.

gez. Dr. Walter Tritt

 

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