Montag , 21 August 2017
Bauhaus Dessau

Bauhaus Dessau und die Experts of Service.

Ein Konferenzteilnehmer dieser ExOS Konferenz im Bauhaus Dessau stellte bei seiner Ankunft zunächst fest, dass er wohl eine falsche Adresse angefahren hatte. Ihm kamen die Bauhaus Gebäude, in der die Konferenz dann stattfand, viel zu modern vor. Immerhin sind diese Meisterwerke der Architektur in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts entworfen und gebaut worden. Doch – die Adresse war richtig.

Die Bauhaus Anlage wirkt auch hundert Jahre nach ihrer Entstehung modern. Genial einfach, inspirierend und zukunftsweisend, so der Eindruck. Ein Kenner, ehemals Münchner Architekturstudent, führte die Konferenzteilnehmer durch die Anlage. Können, Wissen, Inspiration und Innovation prägen in funktionaler Schlichtheit und Einfachheit den Stil der Gebäude. Die Konferenzteilnehmer konnten sich begeistern.

In beginnender sommerlicher Nacht wurde auf offener Terrasse in einem – ebenfalls von Bauhaus Architekten konzipierten – Restaurant am Ufer der Elbe gespeist. Wie in dieser Runde von Managern üblich, wurden auch hierbei schon angeregt fachliche Erfahrungen des Service Managements ausgetauscht.

Der Organisator dieser Tagung ist Leiter einer großen Region eines Konzerns und zudem nebenberuflich Dozent an der Hochschule Anhalt. Aus Sicht seiner Studenten sicher ein glücklicher Umstand. Hier unterrichtet ein Fachmann, ein erfahrener Manager, der auch praktisch erlebt, was er unterrichtet.

Eine Besonderheit dieser Tagung: ExOS Manger hatten auf Wunsch die Gelegenheit zur Übernachtung in original Bauhaus Zimmern.

Die Konferenz des kommenden Tages fand in Dessau in einem Vorlesungssaal der Hochschule Anhalt statt.

Themen welche bei der Tagung in vertiefter Form diskutiert wurden: Organisationsmodelle bei Diversifikation der Aufgaben, weiter Organisation und Ausbildung von Mitarbeitern, dann ein Komplex der mit IOT (Internet of Things) zusammengefasst ist – Methoden des Umgangs mit Daten, und – dies zumindest angeschnitten – das unter dem Begriff Auftragsbörse bezeichnete Organisationsmodell für Hochleistungsservicebereiche.

Das letztgenannte Themengebiet wurde auf Wunsch eines engagierten Managers aufgenommen. Dieser Manager erlebte aus eigener Erfahrung die Effizienzexplosion, die dieses Modell entfaltet.

Das Projekt endete damals, da der Auftraggeber ein neues Engagement als Vorstand eines Konzern annahm. Sein Nachfolger widmete sich anderen Themen. Das Projekt dümpelte dann ohne Berater und Auftraggeber aus. Die Pilotierungszeit von einigen wenigen Monaten war noch nicht ausgerichtet, das System in dauerhaftere Prozesse und Strukturen zu fixieren.

Der Entwickler dieses Modells, welches er im Zuge der Forschungen zu seiner Promotion entwickelt hatte, war bei der ExOS Konferenz anwesend und beantwortete Fragen der Konferenzteilnehmer.

Dabei kam auch ein Projekt zur Sprache, wo eine falsche Implementierung zum Desaster führte. Ein Manager testete damals das Konzept. Dies, nachdem er sich die Idee der Auftragsbörse angelesen hatte. Er pilotierte dann ohne Unterstützung durch den Entwickler und gegen besseren Rat. Die Folge, die Effizienz wuchs zu schnell, die Parameter waren nicht richtig gestellt. Er vernichtete so fast seine Organisation. Die Arbeit seines Bereichs ging ihm zudem sehr schnell aus, da diese dann ohne erforderliche Flankierungsmaßnahmen viel zu effizient arbeitete.

Der Entwickler des Systems vergleicht das Modell gerne mit Dynamit, bei richtiger Anwendung segensreich, ansonsten gefährlich. In Summe eine gewaltige Chance für Servicebereiche.

Das Thema Organisationsmodelle war für anwesende Manager von besonderem Interesse. Beispielsweise für den Inhaber einer Dienstleistungsorganisation, welcher – derzeit bedingt durch Wachstum seiner Firma und damit verbundenen Einstellungen und Einbindung neuer Mitarbeiter – seine Herausforderungen, Aufgaben und Vorgehensweise beschrieb. Wobei auch bei kleineren Firmen zwischen Prozessen und Strukturen zu unterscheiden ist. Dies war eine der Erkenntnisse.

Es wurden Strukturen von Organisationen besprochen, dabei Dienstleistungsbereiche mit verschieden gelagerten Aufgaben. Beispielsweise mit unterschiedlichen Skills und verschiedenen Verrechnungsdimensionen, gemeinsam in einem regionalen Bereich. Konkret sind dies häufig die gleichzeitige  Durchführung von Consulting sowie die Ausübung von Servicefunktionen. Tätigkeiten mit stark differenzierter Vergütung, Verrechnung und Führungsanforderung. Es wurde Klarheit und Trennschäfte bei der Vorgehensweise und Handhabung entsprechender Herausforderungen geschaffen. Der Schlüssel liegt u.a. in einer geeigneten Strukturierung.

Interessant war auch, dass die anwesenden Manager verschiedene Branchen vertraten. Sowohl solche, die sich auf niedrigstem Preisniveau, als auch auf sehr Hochpreisigem bewegen. Umstände die jeweils andere Lösungsstrategien und Möglichkeiten erfordern und bieten.

Bei der Konferenz wurden auch Großprojekte angesprochen. Solche, die sich in einer Nachbetrachtung als besonders gut gelungen erwiesen, im Vergleich mit anderen, die fast gänzlich gescheitert sind. Jeweilige Ursachen wurden analysiert. Erfolgskriterien von gelungenen Projekten und Umstände des Scheiterns wurden recht klar herausgearbeitet. Wichtige Erkenntnisse für die Teilnehmer dieser Konferenz.

Kulturen von Kunden verschiedener Branchen und Auftragsgeberformen kamen zur Sprache. Beispielsweise agieren, handeln und denken öffentlicher Auftraggeber unterschiedlich zu Industriellen und Auftraggeber aus KMUs, oder gar Endkunden.

Moderne Sensoren, deren aktuelle und zukünftige Einsatzmöglichkeiten und zugehörige denkbare Geschäftsmodelle waren Themen. Auch vieles Zugehöriges mehr.

Es würde diesen Bericht sprengen, wenn alle – recht intensiv und dicht diskutierten – Konferenzinhalte wiedergegeben würden. So soll es an dieser Stelle genügen. Ein Eindruck konnte sicher vermittelt werden.

Zum Ausklang der Tagung, in der Mensa der Hochschule, wurde bestätigt, dass die erfahrenen Manager, welche bereits an mehreren Kongressen von ExOS partizipierten, auch bei dieser Konferenz neue Ideen und Anregungen für ihre verantwortlichen Führungs- und Managementaufgaben mitgenommen haben. Unisono wurde festgestellt, dass auch – zum Teil – größere Anreiseentfernungen gerechtfertigt sind. Der gewonnene Mehrwert durch die Tagungsteilnahme übersteigt den Aufwand an investierter Zeit spürbar.

Die nächste ExOS Konferenz und das geplante Rahmenprogamm wurde abschließend besprochen und beschlossen.

gez.

Dr. Walter Tritt

 

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